Am Mittwoch den 02.Dezember 2009 war es so weit, eine Corsair flog bei MaxAlpha/Meier
Motors in Bremgarten/Baden ein. Eine Sensation !
Ein bisschen Geschichte, die im Laufe der Zeit bei MeierMotors umgeschrieben
werden musste. Danke an Rob Mears der mir die entscheidenden Unterlagen zur
Verfügung gestellt hat.
Die Corsair #124541
wurde als F4U-5NL gebaut, war also von Beginn an Nachtjäger, bzw.
Schlechtwetterjäger. In die Bestandsliste kam das Flugzeug am 31.12.1950. Im Mai
1951 wurde das Flugzeug dem VC3 (navy composite squadron 3) zugeordnet, Tailcode
NP.
Am 22.01.1952 wurde das Flugzeug mit dem Fleet
Air Service Squadron 11 (FASRON11) nach Japan verlegt und am 08.02.1952 dem
MWSS1 (Air Marine Corps Aviation) zugeordnet.
Ab dem 20.02.1952 wurde das Flugzeug beim
VMF513 geführt. Zur Erklärung: „V“ heisst „schwerer als Luft“, „M“ heisst „Marines“
, „F“ heisst „Fighting“ . VMA = Schwerer als Luft, Marines, Attack , VA =
schwerer als Luft, navy (das „M“ für Marines fehlt) , attack also Angriff , VF =
USNavy , Fighting also Jäger usw.. Die Nomenklatur ist recht durchdacht.
Das VMF513 ist eines der
bekanntesten Geschwader der USNavy, bzw. des USMarine Corps, auch bekannt als
„Flying Nightmares“. Mit Einsatz der Corsair wurde das Geschwader auf VMF-513(N)
umbenannt, das „N“ steht für „night“. Das VMF-513(N) unterstand der US 5th
Airforce und wurde im August 1950 nach Japan verlegt. Das Geschwader bestand aus
15 F7F Tigercats und eben 15 F4U-5NL Corsairs. Später im Jahre 1952 wurden die
Propellerflugzeuge suksessive durch F4D Skyknight ersetzt.
Die #124541 wurde am 10.12.1952 an das FASRON8
in Alameda /Californien zurückgegeben. Die Corsair war bis dorthin ca. 122
Stunden im Einsatz über Korea gewesen.
Am 02.11.1952 erneute Verlegung nach Japan,
wieder über das MWSS1 und wurde dort im Depot FASRON 11 eingelagert. Am
21.03.1953 ging es zurück zu FASRON8 Alameda.
Am 5.11.1953 wurde der Nachtjäger erneut dem
Composite Squadron VC-3 in Moffett zugeordnet und flog dort 86 Stunden. Danach
diverse Depots und am 16.05.1956 verlegte das Flugzeug zur Naval Air Station
(NAS) NART in Birmingham. Nach insgesamt 64 Flugstunden wurde dann das Flugzeug
nach Litchfield Park gebracht und dort ausgemustert. So geschehen am 04.08.1956.
Zum Zeitpunkt der Ausserdienststellung war das
Flugzeug 86 Monate alt und hatte 1039 Flugstunden auf der Uhr. Die Corsair war
eine sogenannte surplus-Corsair und wurde später an Argentinien verkauft.
Dort bei
der Armada wurde sie mit der Nummer 0433 geführt. Das Flugzeug erhielt die
Kennung 2-A-202 und wurde bei der 2 Esquadrilla de Ataque seit Anfang 1959
eingesetzt, später dann unter der Kennung 3-A-204. Eingesetzt wurde die Maschine
auch auf dem Flugzeuträger "Independecia". Am 6.11.1964 gab es mit der Maschine
einen Landeunfall durch den Piloten Lt.Jorge Pitaluga. Das Flugzeug wurde im
April 1966 ausgemustert und befand sich im Bestand des Marine Museums (El
Tigre). Nach dem ruhigen Dasein im Museum wurde der Jäger dann im Jahre 1991
verkauft und 1994 nach Le Castellet verbracht. Dort erhielt die Maschine eine
grundlegende Restauration und wurde in den Farben der Aeronavale lackiert und
zur F4U-7 umgebaut. Hier erhielt auch die Maschine die bekannte Kennung F-AZYS
und die Serial 133704.
Die Argentinische Marine hatte zwei Lackierungsvarianten. Zuerst in
ANA607 Non-specular Sea Blue (etwa FS35042), danach ab Februar 1955 in Light
Gull Grey (FS36440) und die Unterseiten in Insignia White (FS17875). Die
beweglichen Flächen des Leitwerkes waren in den nationalfarben Argentiniens
lackiert, also hellblau-weiss-hellblau.
Hier schön zu sehen beide Lackierungsversionen und das Emblem für das
Tragwerk (Oberseite)
der Flugzeugträger "Indenpencia" in Bild und Video
Hier die Vita der F-AZYS in Bildform
VMF-513 Flying Nightmares over Korea
bei der Argentinischen Armada
und die Umsetzung als Plastikmodell
.... und nun eben die neueste Station der Corsair, MaxAlpha in Bremgarten !
Hier das arrival schön fotographiert von Jochen Thoma (copyright bei ihm !)
... naja, ich hatte nur mein handy dabei ;-) und der Jäger passte
millimetergenau in den Hangar !