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Supermarine Spitfire,
oder wie die ehemalige Deutsche Luftwaffe zum englischen Jäger kam
Die Geschichte der Beuteflugzeuge ist für den Luftfahrtenthusiasten eine sehr
interessante Geschichte. Jede Nation hatte ein ganzes Sammelsurium an
gegenersichen Flugzeugen, die teils erbeutet wurden, teils wegen "Verflogen" auf
fremden Plätzen landeten usw., auch von Piloten die desertierten und last but
not least von Gefangenen die ein Flugzeug stahlen um damit endlich nach hause zu
kommen. Mittleweile gibt es Einiges an Literatur zu dem Thema. Auf diese
Literatur gehen ich an gesonderte Stelle auf dieser Homepage ein.
Die Supermarine Spitfire war eines der besten Kampfflugzeuge seiner Zeit und
so ist es verständlich, dass die deutsche Luftwaffe alles daran setzte ein
flugfähiges Exemplar für Vergleichsflüge zu erhalten. Viel ist über die Spitfire
Mk.II nicht überliefert, die Quellen schweigen sich aus. Aber es gibt eine
handvoll Photos einer frühen Spifire in deutschem Gewand. Grund genug diese
Maschine als Vorlage zu nehmen. Das linke Bild tauchte übrigens bei Ebay auf ...

Warum Beute-Spitfire ? Zum einen interessiert mich das Thema "Beuteflugzeuge"
seit Jahren, zum anderen will ich immer etwas besonderes auf dem Platz sethen
haben.
Baubericht
Nachdem meine AT6 gegroundet war und ich
absolut keine Lust zum reparieren hatte, war zu einem ein 120er-4Takt
quasi arbeitslos, zum anderen brauchte ich einen flotten warbird neben der
Mustang.
Richard "Viper" hatte den Flieger bei der MG Glattal
dabeigehabt (auch wenn die Gurke nicht geflogen ist) und ich war begeistert und
überzeugt ! Vom Feinsten.
Der Griff zum Telefon war schnell erledigt, "Schweighofer" hat auch innerhalb
von 4 Tagen (!!) geliefert ! So muss es sein. Also ein Riesenkarton im Keller
und Freude pur beim auspacken.

Alle Teile einzeln in Folie verpackt,
zum Teil mit einer schaumstoffartigen Folie zusätzlich verpackt. Dazu
haufenweise Beutelchen mit reichlich Kleinteilen, da fehlt es an nichts.
Kunstoffgabelköpfe sind nicht jedermanns Sache, trotzdem, alles dabei, ausser
dem Spinner, RC-Komponenten, Antrieb und Einziehfahrwerk. Und das zu einem Preis von
rund 230 Euro !!!
>>>>> Spannweite 180cm, ca. 4.700 Gramm, max.
20ccm 4-Takt
wunderschön detaillierter Rumpf
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innen alles mit Spanten ausgesteift,
Servobrett perfekt ausgeschnitten und mit wirklich ausreichend Leim verarbeitet.
So sollte ARF sein, da legen die Chinesen von CMPro die Latte ganz schön hoch !
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23.04.2004
Die Flächen geprüft und sofort mit dem Bau
begonnen .... Rippenflächen, mit GFK/Alu-Steckung, alles perfekt passend.
In die Flächen kommen Standardservos für den QR-Antrieb, 1*Standardservo für die
Landeklappen. Die Ruder werden mit diesen Oblaten-GFK-Scharnieren angeschlagen.
Die Teile werden mit Sekundenkleber in die schön mittig (bereits
herstellerseits) geschnitten Schlitze geklebt. Sinnvollerweise mit
Dickflüssigem.... Ist der Kleber fest, bewegt sich nichts mehr, Korrektur
unmöglich. Die Teile halten wie die Pest.
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02.05.2004
Vorbereitung zum Fahrwerkseinbau
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Hier das mechanische
Einziehfahrwerk von Kenner-EzFw, passgenau für die Spit
hergestellt ! Das ist die Homepage von Herrn Kenner, Fahrwerke für jeden Zweck
!
http://www.ezfw.de Herr
Kenner lieferte die Teile in nicht mal einer Woche ! Respekt so muss es
sein. Die Qualität hat mich aber schlussendlich nicht überzeugen können,
darüber später aber mehr.
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Sieht schon richtig nach Beute Spit
aus , aber es noch Einiges zu tun. Nach wie vor bin ich von dem Flieger
überzeugt. Da passt alles, so gut wie keinerlei Nacharbeiten, so sollte es sein.
Das einzigste Gefummel waren die Anlenkungsdrähte des Einziehfahrwerkes, aber
irgendwann passt dann alles und es verriegelt auch. Das EzFw-Servo ist übrigens
ein Simprop SES900
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Etwas
ungeschickt und klapperig ist die Anlenkung der Landeklappen. Nun es wird sich
im "scharfen Einsatz" zeigen, ob das auch funktioniert. Für zwei
Servos ist aber kein Platz. >> es zeigte sich, dass ein Servo gut
ausreichend ist. Der Tank wurde eingebaut und alles was mit Sprit in Verbindung
trten kann mit Harz ausgepinselt und dadurch versiegelt. Die Schubstangen für
SLW und HLW waren in Sekunden eingebaut. ARF eben.
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Um den Jäger etwas "scaliger" aussehen zu lassen, habe ich noch die diversen
Kühler "scratch" gebaut. Dadurch gewinnt das Modell ungemein.
Am
06.06.2004 war dann roll-out, zwecks Keller aufräumen :-)
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Wieder ab in den Keller und die maschine noch ein bisschen altern, sprich
weathern. Der Schritt war auch bald erledigt und die Maschine fast flugfertig.
Nur noch Klarlack ....
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Nach
dem alles fertig war, wurde die Maschine mit einem Klarlacküberzug in 2K
versehen. Der freundliche Farbenhändler empfahl mir 2K-Klarlack aus der Dose.
Ich hätte es wissen sollen... die bereits von ihm gekauften Dosen gelb und oliv
waren qualitativ bereits Mist. Dies wurde aber noch vom Klarlack getoppt. Kurzum
das finish ist versaut, das Gelb angelöst und trocknet nicht mehr. Ärger pur !
Anmerkung meines Farbenfritzen "ach dann stimmt was mit der Mischung nicht.
Schleifen Sie das Ganze ab und noch einmal lackieren, Ersatzdosen bekomme ich
gestellt" ..... müssig zu erklären was ich am liebsten mit dem Typen
angestellt hätte.
Der
Erstflug sollte nun beim Flugplatzfest der MG Glattal erfolgen. Ausgewogen,
vollgeladene Akkus, Tank voll, Reichweitentest.. alles im grünen Bereich. Hier
Richy als Starhelfer:
Gut es war ziemlich bockig, aber es sollte
sein...... Anrollen zum Start, Kopfstand. Also wesentlich mehr Höhenruder,
Seitenruderausschlag muss nicht so groß sein. Zweiter Versuch, leicht gezogen,
die Maschine nimmt Fahrt auf und steigt sofort weg, viel zu früh natürlich und
flippt nach links Richtung Zuschauer :-( Gas raus, Zwangsabsturz. Die Sicherheit
geht nun mal vor. Die Schäden : Fahrwerk rausgerissen, Rumpf teilweise
aufgeplatzt. Alles in allem aber gut reparierbar.
ziemlich viel Tiefenruder .... noch 10 Sekunden und sie liegt im Dreck.
Nach
Auswertung der Photos und einem Video erschien die Maschine als sehr
schwanzlastig und megagiftig auf dem Höhenruder. SP 5mm nach vorne, vor der
empfohlenen Bauplanangabe, 60%Expo auf das Höhenruder.
Nachdem
jetzt alles repariert war, zweiter Erstflug in Teningen. Start ganz sauber,
lange rollen (wie immer bei mir ) und ab in die Luft, Bilderbuchmäßig. Die
Maschine liegt wunderbar in der Luft, bei fullspeed ziemlich gedrückt,
überhaupt im Kraftflug ist ziemlich Tiefe getrimmt, hier muss der Motorsturz
korrigiert werden. Eine schöne weiche Landung lassen den ersten richtigen Flug
ausklingen. Ich bin zufrieden :-) . Zweiter Flug an dem Tag... Absteller bei der
Landekurve (wann auch sonst) und ab in den Acker. Das ging leider so schnell,
daß ich zum Einfahren des Fahrwerkes nicht mehr gekommen bin. Der Einschlag in
den Acker wurde mit einem zerstörtem Wasserkühler und herausgerissenem
Fahrwerk quittiert. Ich bin´s ja gewohnt .... Also die ganze Fläche
aufgemacht, Verstärkungen eingezogen. Irgendwie habe ich beinahe die Lust an
der Kiste verloren. Aber das finish ist eh hinüber, was soll´s.
Zweiter
Einsatz beim warbird-meeting in Kehl. Die Maschine geht fantastisch und macht
enorm viel Spaß. Irgendwann haben wir dann ein airrace zu viert veranstaltet, 3
Spits und eine Seafury. Genial !!!!!! Die Landung ist in Kehl kein Problem,
einfliegen, flaren, ausrollen. Perfekt !

Bei der letzten Landung etwas quer
reingekommen und nicht ganz sauber aufgesetzt ...... Fahrwerk rausgerissen die
Dritte. Dadurch dass das Fahrwerk sich auf den Rippen abstützt, selbige aber aus
Gewichtsersparnis ausgehöhlt sind, kann der Mist nicht stabil sein. In meinen
Augen eine absolute Fehlkonstruktion. Bei jeder etwas ruppigeren Landung sind
Baustunden angesagt (ich bin da übrigens kein Einzelfall) .... also wieder in
den Keller :-( die Maschine soll ja zum IG-Warbird-meeting .....
Kerken
!!!!! Das beste Meeting 2004
Der erste Flug in Kerken war zusammen mit Stefan Bastian geplant,
leider wollte das Fahrwerk nicht so wie es sollte. Am Abend dann zusammen mit
Richy (hat die selbe Maschine... war übrigens sein Erstflug) ein Traumflug in
der Dämmerung.... schön im Verband, zu zweit über den Platz.. einfach nur
klasse. Richy hat das Teil dann bei der Landung stark beschädigt (beim
Ausrollen mit ziemlich speed in die Drainage des Maisfeldes ... logo Fahrwerk
rausgerissen).
Feldwerkstatt Aber dann
warbirdfliegen ! (Photos von Ralf "Raja" Jany )

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Richy´s Burma-Spit
Yeah !
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Bei der Landung wie lieder ab und an, klassisches "noseover" nebst
Fahrwerksschaden. Naja. Es begab sich auf dem Platz in Teningen .... wieder
ein schöner Flug, aber bei der Landung erhielt das Flugzeug aufgrund
Wechselwirkung KLappen zu Rudern nochmals Auftrieb, danach das übliche Programm,
will heissen geflippt und auf dem Rücken liegen geblieben. Ein paar Defekte am
Rumpf, Kabinenhaube kaputt. Eigentlich nichts besonderes, uneigentlich aber
hatte ich keine Lust mehr. Zum einen wegen der verhunzten Lackierung, zum
anderen wegen der ständigen Fahrwerksmalaise. Meines Erachtens passt der
Materialmix des Kenner-Fahrwerkes nicht. Aluminium auf Stahl kann nicht gut
gehen. Das Fahrwerksherz ist gestaucht, dadurch "labbert" das Fahrwerk in
Verriegelungsposition. Auch im ausgefahrenen Zustand ist das Fahrwerk labberig.
Verriegelt aber labberig. Dadurch ist ein sauberes Rollen nicht mehr drin.
Hier das Schadbild nach ca. 10 Flügen
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Also bräuchte ich ein neues Fahrwerk. Ich habe die Maschine an Richy
verschenkt, sein Sohn soll das Teil nach der Restaurierung bekommen. Viel
Spaß mein Freund und allzeit genug Luft unter den Flügeln !
Fazit : das Flugmodell ist nicht schlecht, aber so wie es aus dem
Baukasten kommt, passt das nicht. Die angegebenen Werte sind nicht korrekt, die
Fahrwerksposition muss noveliert werden. Hat man diese Hürden umschifft und das
Flugzeug ist noch ganz, dann macht die Fuhre Spaß. Unter ARF verstehe ich aber
etwas anderes. Das wars nun, die Geschichte der legendären Beutespit ! |